Irish Setter in Deutschland

1879 brachte U. Marais einen Sohn von Ch. Palmerston nach Hannover. Dieser hervorragenden Rüden Ch. LIFFEY
KCSB 8263 sollte kurz danach an Amerikaner verkauft werden. Als Prinz Solms-Braunfels davon erfuhr,
zahlte er den geforderten Preis um diesen wertvollen Hund für die deutsche Zucht zu erhalten. Desweiteren importierte der Prinz
Ende der siebziger PAMELLA KCSB 8287 (Ch. Palmerston - Belle).
Von M. Stahl aus Hannover wurde der Bruder des o.g. Plunket namens ROVER erworben und Baron von Amerongen kaufte bei
Dr. Salter den Rüden DOTT und bei C.Moore die Hündin QUAIL II eine Tochter des Palmerston-Sohns DUFF.

Auf diesen fünf Hunden wurde die deutsche Zucht aufgebaut. Intensiv wurde sie dann Mitte der achtziger betrieben.
Weiterhin wurde viel aus dem Ausland geholt.

Ende der achtziger entstand der Zwinger EDELROT von Herrn Schilbach in Greiz mit dem
Rüden Forester Edelrot (Ch.
Palmerston - Carrig Bee). Auch nach zehnjähriger Zuchtarbeit war hier immer noch der Einfluß
von Ch. Palmerston, Donegal Rake und Ch. Derry Una zu spüren. Der Zwinger existierte bis zum ersten Weltkrieg.

 

Zeitgenosse war der Zwinger GOLDHAIR, der noch stärkeren Wert auf die jagdliche Eignung legte.
Der Bestand an Hunden war hier immer recht groß und 1909 wurde von 20 Stammhunden berichtet.

Am bekanntesten war der Rüde TSAR GOLDHAIR, der im April 1907  Prüfungssieger in Frankfurt am Main wurde,
eine 'Höchst lobende Erwähnung' in Wilhelmsbad 1908 erhielt, und sich im gleichen Jahr noch erfolgreich auf Prüfungen in
München und beim 'Bayrischen Jäger Verein' vorstellen konnte.

Tsar stammte aus Frankreich und war dort zuerst unter dem Namen RED TSAR LOF 9737 registriert.
Zusammen mit einem weiteren Import, dem belgischen Rüden FORESTER NORPHIL GOLDHAIR 280
wurde er nicht nur im Zwinger Edelrot von Herrn Schildbach, Greiz

Als dritter namhafter Zwinger sei hier noch die Zucht SETTERHEIM von Franz Schadde, Barmen erwähnt,
der neben IS auch GS und ES züchtete. Laut W. Marr (Pointer und Setter, 1964)

"waren es aber schlecht gewinkelte Tiere mit kurzen Hälsen und unedlen Köpfen, die auch nie auf Prüfungen erschienen
und womit er keinen guten Beitrag für die deutsche Zucht geleistet hat."

Zu dieser Zeit wurden die Hunde in Deutschland, wenn überhaupt, in das DHSB (Deutsche Hundestammbuch) eingetragen.
Von der Gründung des DHSB im Jahre 1880 bis zum Jahr 1892 wurden knapp 6000 Hunde eingetragen,
davon 2324 englische Vorstehhunde. Eine Eintragung erfolgte aber nur, wenn der Hund einen 1. oder 2. Preis auf Prüfung
und/oder Ausstellung erreicht hatte und seine Eltern im Kennel Club oder im Norddeutschen Hetzclub registriert waren.

1902 gründete sich dann der Deutsche Setter Klub, der ein eigenständiges Zuchtbuch mit Prüfungsergebnissen und
Ausstellungsresultaten herausgab. Bis 1912 wurden hier 825 Setter eingetragen.

1906 wurde dann mit sieben weiteren Spezialclubs der Dachverband "Kartell der Stammbuchführenden Spezialklubs
für Jagd- und Nutzhundrassen" gegründet. In dieses Kartell trat drei Jahre später auch der Pointer Klub bei.

1912 taten sich der Setter Klub und der Pointer Klub zusammen, um die englischen Vorstehhunde besser zu repräsentieren
und nannten sich erst "Verein für englische Vorstehhunde" und ab 1914 "Deutscher Pointer und Setter Verein" im Kartell.
In den Jahresbüchern erscheinen Hinweise auf die jagdliche Vielseitigkeit der Rassen und der jagdliche Vollgebrauch
wird deutlich hervorgehoben.
Mit dem Aufblühen des Nazi-Regimes erfolgte erneut eine Umbenennung in
"Fachschaft für Englische Vorstehhunde" und das DHSB wurde verboten.

 

Es war eine schwere Zeit für die Setter und Pointer, da zunehmend gegen 'alles englische' gewettert wurde.
Sprüche wie:

"Möge jeder Deutsche deutsch werden" und "Kampf dem Anglizismus" in kynologischen Kreisen wurden laut.

Häufig wurde bewußt diffamiert um Stimmung gegen die englischen Rassen zu machen.
Man unterstellte Einseitigkeit und pauschale Unbrauchbarkeit für deutsche Reviere.
Es erschienen sogar Bücher zu diesem Thema, wie z.B. "Eignet sich der englische Field Trialer Hund für den vielseitigen Jagdgebrauch".

Dennoch wurde auch während des Krieges weitergezüchtet. Die bedeutensten Zwinger waren:
"v. Schloßberg Birnbach" - Revierjäger Franz Krenn, Obertattenbach
"v. Beekenhof" - Revierjäger Willy Guth, Eilenburg

"v. Lubistal" - Revierförster A. Schimke, Sommerfelde

"v. Jägerhaus" - H. Spielmann, Altenstadt

"v. Schildetal" - Forstassessor Curschmann, Boizenburg

"v. Tannelgrund" - Jagdaufseher A. Kraft, Karlsruhe

"v. Zimmerberg" - Jagdaufseher G. Rödel, Hirschaid

"v.d.Dalburg" - Revierförster Bruchhausen, Bad Kreuznach

"v.d.Würm" - Jagdaufseher F. Hochmuth, Würm


Aus: Zuchtbuch der Reichsfachschaft für Pointer und Setter Band 16 von 1939.
Von Georg Keller, Frankenthal/Pfalz, seinerzeit Zuchtwart

Irish – Setter – Rüde „BILL VOM BARENBERG“
PSStB (Pointer-und-Setter-Stammbuch) 6841   WT.:27.01.1933
DGStB 4590 o.S.   GHL (Gebrauchshundeliste) 311

...Grundsätzlich bilden die Leistungen auf öffentlichen Prüfungen die Basis jeglicher Leistungszucht, je öfter sich ein Hund
unter den Augen verschiedenster Richter bewährt, desto beruhigter kann ich ihn für die Zucht einstellen.
Dabei sage ich dem Praktiker nichts Neues, wenn ich betone, dass trotz dieser hohen Bewertung der Suchenerfolge,
das Rennen nach dem 1a-Preis-Rüden nicht immer richtig ist.
Ich denke hierbei an einen Rüden, der in sämtlichen Fächern einer Feldjagdsuche 4 und 4h hatte und
offensichtlich eine Klasse höher war, als alle seine Konkurrenten, aber wegen einer null in der
Kaninchenschleppe in den dritten Preis kam. Für den verständigen Züchter ist auch ein solch dritter Preishund
ein Rüde von höchster Zuchtqualität, zumal er sich auf einer anderen Suche einen überlegenen ersten Preis holte.
Also Prüfungsergebnisse nie schematisch werten.

Dazu kommt noch etwas sehr Wesentliches.
Es gibt Eigenschaften, die sich nicht in vier Ziffern ausdrücken lassen und auch nicht so leicht in Worte zu fassen sind,
das sind die Charaktereigenschaften, also das innerste Wesen des Hundes, die oft wichtiger sind, als alle Prüfungsnoten.
Daher ist es für den ernsten Züchter sicherlich dankenswert, gelegentlich etwas mehr über einen Rüden zu hören,
den er sich nicht persönlich ansehen oder vorführen lassen kann.

Darum will ich heute die Aufmerksamkeit auf einen Rüden lenken, von dem trotz seiner hohen Prüfungspreise
bis jetzt kaum etwas an die Öffentlichkeit gedrungen ist, der aber unbedingt zur Zucht herangezogen werden muß.
Es ist dies der Irish-Setter „Bill v. Barenberg“, gezüchtet und geführt von Herrn Alw. Brase,
Landwirt in Lobmachtersen über Wolfenbüttel.
Wenn auch Pointer und Setter als Hunde mit Höchstleistungen in den Fächern der Feldarbeit gezüchtet werden, so tritt
doch sehr häufig eine Eignung für den vielseitigen Jagdbetrieb unaufhaltsam hervor.
Beim Gordon Setter hat man das von vorneherein zugegeben, doch auch dem Irish Setter und dem Pointer kann man
diese Eigenschaften aufgrund der Prüfungsergebnisse und der Leistungen in der Praxis nicht mehr absprechen.
Zu dieser Gruppe gehört auch „Bill“, vor und nach dem Schuß gleich brauchbar.
Das ist bei seinem Blutaufbau nicht weiter verwunderlich. Seine Mutter entstammt der Zucht des Herrn Kapitänleutnant
Rud. Bode, Schloß Spielberg über Gunzenhausen. Dieser Züchter hat sich zwar immer mehr als bescheiden im Hintergrund gehalten.
Aber mit bestem, von ihm persönlich importierten Material hat er seinen Stamm planmäßig aufgebaut und mancher
schöne und gute Hund ist daraus hervorgegangen.
Bei dem Studium von „Bills“ Vaterlinie fällt uns besonders auf, wie wir mit der vierten Generation schon zurückreichen
in die Glanzzeit der Rasse vor dem großen Kriege. Seine Urgroßmutter väterlicherseits ist Champ. Maus Edelrot 468,
eine der besten Irish Setter aller Zeiten. Sodann darf ich auf „Bills“ väterlichen Großvater aufmerksam machen:
es ist dies Count Corell 2264, der erste Stern nach dem Kriege, ein selten hochwertiger Arbeitshund,
über dessen jagdliche Vorzüge Graf Götzen, dieser alte Kenner, am besten Auskunft geben kann. Er hat ihn mehr als
zehn Jahre lang ständig geführt. Weitere Worte über Count Corell zu machen erübrigt sich, zumal wiederholt in der
Jagdpresse über ihn geschrieben wurde. Zum Glück ist Count auch züchterisch genügend beachtet worden.
Ein Sohn von ihm war übrigens auch der erste Irish-Setter, der ins DGStB kam. Es war dies Tray vom Lubistal,
gezüchtet von Revierjäger Schimke, der auch heute noch der Rasse treu ist,
geführt von Amtshauptmann v. Römer, damals Werdau i. Sachsen. Wie so vielen seiner Kinder hat
Count auch Tray v. Lubistal und Bills direktem Vater, Bob v.d.Plattenburg, neben besten Feldmanieren eine
besondere Eignung zur Schweißarbeit mitgegeben. Zum Setter kam Herr Brase durch Zufall und ohne jede Absicht.
Vor etwa neun Jahren wurde ihm obiger Bob v.d.Plattenburg angeboten.
Der bisherige Besitzer wurde mit dem Hund nicht recht fertig und konnte ihm nicht genügend Arbeit bieten.
Herr Brase, der immer Gebrauchshundemann war, hohe Anforderungen stellt und bisher hauptsächlich D Kurzhaar besten Blutes
geführt hatte, machte aus Bob in kurzer Zeit einen seiner besten Hunde, der von der ersten Pürsch auf den roten Bock bis
zur letzten winterlichen Treibjagd sein unzertrennlicher Begleiter wurde.
Ein Beispiel, wie Herr und Hund aufeinander eingespielt waren: Bob war wieder einmal am Waldrand frei abgelegt worden.
Herr Brase schoß 400 m davon entfernt eine Ricke aus einem starken Sprung heraus.
Die übrigen Rehe preschten in den Wald zurück und kamen auf 30 Schritt an Bob vorbei,
der nur nach ihnen blinzelte und sich nicht rührte. Noch ein Beispiel, das Bobs Eignung zum Waldhund illustrieren soll.
Wieder einmal pirschte Herr Brase mit seinem Hund und schoß eine Ricke laufkrank, die an dem Schützen und dem dabei
sitzenden Hund auf Schrottschussentfernung vorbeiflüchtete. Herr Brase wollte Bob sofort anhetzen. Dieser aber eilte von sich
aus zuerst zum Anschuß, untersuchte diesen bedächtig, nahm selbständig die Wundfährte auf, hetzte und zog die Ricke nieder.
Im Feld und im Wasser entwickelte sich Bob nach kurzer Praxis zum Spitzenhund.
Ebenfalls durch reinen Zufall war der Vater des Herrn Brase in den Besitz einer Irish-Setter-Hündin geraten.
Es war dies Maya Sahib Bahadur, die spätere Mutter Bills. Da auch diese Hündin jagdlich brilliant war, so lag es nahe,
dass man sich aus Bob und Maya Nachzucht für den eigenen Bedarf verschaffte. Das war auch sehr gut, denn kurz nach dem
Wurf verunglückte die Hündin und schied infolge ihrer schweren Verletzung für die Zucht aus.
Auf solche Weise wurde also Bill v. Barenberg gezüchtet.
Er ist ein würdiger Nachfolger seines inzwischen eingegangenen Vaters geworden. Bei jeglicher jagdlicher Betätigung und bei
jedem Gang ins Revier ist heute Bill der ständige Begleiter seines Herrn, so wie es vor Jahren sein Vater Bob war.
In erster Linie interessieren uns natürlich Bills Qualitäten als Feldhund. Die höchsten Anforderungen stellt hierin
die sog. Englische Altersuche. Dem Herrn Brase war das Suchenwesen der Fachschaft für Pointer und Setter völlig fremd.
Trotzdem trat er mit Bill am 14.April 1938 in Buckow an.
Er belegte mit 2a Preis den zweiten Platz hinter Notar Müllers „Banner Bärwalde“!
Nun ist aber Notar Müller, unser langjähriger Zuchtbuchführer, nicht nur einer unserer besten Pointerkenner und –Züchter,
sondern er gehört auch in die vorderste Reihe unserer Meisterführer und sein Banner Bärwalde verkörpert den
internationalen Standard. Herr Brase konnte daher mit seinem erstmaligen Auftritt mehr als zufrieden sein.
Im Richterbericht wird Bill als ein sehr typischer Irish-Setter bezeichnet, dessen Arbeit außerordentlich verständig erscheine.
Lediglich die Suche drückt ihn auf den zweiten Platz. Wenn ein so strenger Richter wie Herr Waldemar Marr Bill so beurteilt,
dann ist er schon ein Feldhund von Format. Das wurde auch noch zweimal öffentlich bewiesen.
Auf Vollgebrauchsprüfung und auf Feldjagdsuche erhielt Bill für Nase, Suche und Vorstehen jedes Mal 4 = sehr gut.
Über die tägliche Arbeit im heimischen Revier ist nur zu sagen, dass Bill überhaupt nicht klein zu kriegen ist.
Wenn die anderen Hunde und die Waidgenossen längst fertig sind, dann arbeitet Bill immer noch flott und unentwegt.
Also allein schon die Leistungen als reiner Feldhund berechtigen Bill für die Zucht wärmstens zu empfehlen.
Aber Bill arbeitet so vielseitig, wie man dies überhaupt nur von einem Vorstehhund verlangen kann.
Auch das soll belegt werden. Zunächst machte der Rüde einen IIa Preis auf der Verbandsgebrauchsprüfung des
Gebrauchshundevereins Braunschweig. Herr Brase .hatte eigentlich keinerlei ehrgeizige Pläne mit seinem Rüden. Als  bei einer
Richtersitzung nach einer Gebrauchsprüfung Herr Brase gegenüber seinen Mitrichtern äußerte, dass das sein Setter auch leiste,
wollte man das nicht glauben und Herrn Brase bei seinem Wort halten. Prompt erschien er auf der nächsten Gebrauchsprüfung.
Daß der Rüde als Verlorenbringer auf den winterlichen Treibjagden einen guten Ruf genießt, versteht sich von selbst.
Dabei hat der Hund schon wiederholt folgendes Stückchen geleistet: Wenn er mit einem Hasen im Fang die Spur eines kranken
Hasen kreuzt, legt er sein Wild ab, arbeitet die Spur und bringt den kranken Hasen. Dann eilt er unaufgefordert davon
und bringt den zuvor abgelegten Lampe auch noch.
Der eigentliche Prüfstein für den Verlorenbringer ist und bleibt der Fuchs. Ich meine nicht den Schleppenfuchs,
sondern den leicht angekratzten, in der winterlichen Dickung verschwundenen Rotrock.
Bei einer solchen Jagd wurde ein Fuchs also auch anscheinend erfolglos beschossen, der Schütze behauptete selbst,
gefehlt zu haben. Nur zur Kontrolle wurde Bill in die Dickung geschickt. Nach einiger Zeit kam er mit dem noch warmen
Fuchs zurück. Gelegentlich einer kleinen Holzjagd beschoß Herr Brase selbst einen Fuchs mit Schrot 3mm. Der Rotrock schlug wohl Rad,
aber als Bill kam und apportieren wollte, wurde der Fuchs sehr mobil. Bill hetzte und würgte ihn glatt.
Der Wissenschaft halber streifte Herr Brase den Fuchs selbst. Er fand ganze zwei Schrotkörner.
Eines saß oberflächlich in der Muskulatur des Vorderlaufes und das andere direkt unter dem Balg auf der Schädeldecke.
Überhaupt hat der Rüde eine große Passion für Fuchs und ebenso große Erfolge.
Wie der Richterbericht von Buckow schon sagte, fällt auf, wie der Hund mit Verstand und Überlegung arbeitet.
So beobachtet er auch sehr genau, wie beschossenes Federwild zeichnet. Es kommt immer mal wieder vor,
dass er, obwohl frei von Schusshitze, plötzlich hinter einem beschossenen Huhn oder Fasan wie blödsinnig herjagt und –
nach kurzer Zeit mit dem Wild im Fang zurückkommt. Noch einen kleinen Charakterzug: Bill ist passionierter Schweißarbeiter.
Sobald aber Herr Brase beginnt, ein Stück aufzubrechen, dreht Bill seinem Herrn sofort das Hinterteil zu und rührt sich nicht mehr,
bis er abgerufen wird. Anscheinend eine belanglose und nichtssagende Angewohnheit. Oh nein.
Ich erblicke darin die absolute Gewähr, dass derartige Hunde niemals anschneiden.
Bei einer D Langhaarhündin machte ich die gleiche Beobachtung.
Im Vorstehenden habe ich nicht versucht, die Gutgläubigkeit des Lesers in Anspruch zu nehmen, sondern ich habe das erzählt,
was Preisrichter und andere ernsthafte Zeugen stets und jederzeit bekräftigen können. Daß Bill somit in seiner Heimat einen
guten Ruf genießt, ist klar. Aber damit ist uns nicht gedient. Darum möchte ich hiermit alle Jägerzüchter auf Bill hinweisen.
Herr Brase hat in seiner großen Bescheidenheit nichts unternommen, um seinen Bill bekannt zu machen. Aber da der Rüde berufen
ist, das Erbe seines großen Großvaters Count Corell fortzusetzen, weise ich besonders die mittel- und süddeutschen Züchter
auf den Rüden hin. Hier hat man nämlich Count Corell züchterisch vernachlässigt und das kann mit Bill nachgeholt werden.
Wohl haben wir eine Reihe ausgezeichneter Irish-Setter, aber den Luxus können wir uns vorerst nicht leisten, dass wir einen Rüden
von solcher Qualität züchterisch übergehen.
Dazu sind die eingangs erwähnten, nicht meß- und zensierbaren Eigenschaften bei ihm geradezu bestechend.

Viele gute Jagdhunde stammen aus dieser Zeit. So wurden z.B. in den Jahren 1940/41 immerhin 73 Würfe IS mit 272 Rüden
und 229 Hündinnen eingetragen. Dazu kamen noch 17 Einzeleintragungen von älteren Hunden, meistens Importen.

Die Prüfungen zu dieser Zeit wurden am stärksten von Pointern bestritten, GS aus dem Münchener Raum waren bekannt
für ihre Leistungsstärke und auch IS zeigten sich als vollwertige Jagdhunde.
Geprüft wurde bei den Feldjagdsuchen der
"Fachschaft für Pointer und Setter":
Nase, Suche, Vorstehen, Sekundieren, Nachziehen, Gehorsam, Schussfest,
Hasenrein, Benehmen vor abstreichenden Federwild, Stöbern (lebende Ente), Ente bringen, Hase bringen, Federwild bringen,
Verlorensuche Federwild, Verlorensuche Hase.


Nach dem Krieg haben vor allen die Herren Otto Hofmann und Georg Keller viel für den Wiederaufbau der Zucht getan.
Mit Einführung der Gebrauchshundliste (G.L.) wurden erstmals auch Prüfungsergebnisse sichtbar gemacht und festgehalten.
Bis heute existiert diese Liste im Verein für Pointer und Setter und ist um eine Anlagen-Bewertungs-Liste (ABL) erweitert.

Auf dem Bild im Prüfungsfeld ist Georg Keller auf dem Stuhl sitzend zu sehen, bei der Begutachtung des
Internationalen Leistungschampion BJÖRN VOM EISENHAMMER,
der über seine Söhne "Gilko vom Oelken" in Deuschland und
"Falko vom Oelken" in Dänemark einen immensen Einfluß auf die Leistungszucht hatte.

Ein weiterer großer Hund war der Gilko-vom-Oelken-Sohn "GRINZING VOM GEBIRGSJÄGERHOF" DPSZ 41/70 LL 1406 von Kurt Joachim.
Er errang auf VGP 304 P./I.Preis und desweitern HZP, Btr. und HN.  Noch übertroffen wurde er von seinem Sohn "BODO VON USENBORN"
aus der Zucht von Berufjägerin E. Zahlmann, Forsthaus Usenborn, nach der ebenfalls excellenten "CHRISTEL VOM LINDENBAUM"
VGP, Vbr.. "Bodo" wurde Deutscher Suchen - & Prüfungschampion und darüber hinaus auch Internationaler Schönheits-Champion.
Eine selten erreichte Kombination von Leistung und hohem Formwert. Glücklicherweise wurde "Bodo" von genügend Leistungszüchtern
beachtet und so konnte Kurt Joachim in den achziger Jahren den Bodo-Sohn "MORITZ VOM LINDENBAUM" vorstellen,
der ebenfalls Internationaler Arbeits- & Schönheits-Champion wurde.

Bekannteste Hündin nach o.g. "Gilko vom Oelken" war "HUBERTUS LAUS VON SÖHRENBERG" DPSZ 105/69,
die mütterlicherseits dänisches Blut führte und Deutscher Suchen-Champion, sowie Internationaler Schönheits-Champion wurde
.

 

Als wichtigsten Import kann man zweifelsfrei den Rüden "MOANRUAD NIMBUS" bezeichnen, der von Willi Hoff
(Zwinger "...vom Reheck" aus Irland geholt wurde. Dieser Rüde wurde in den siebziger Jahren über 50 Mal zur Zucht herangezogen
und vererbte seine jagdliche Passion durchschlagend. 

Dieser Rüde errang zahlreiche Prüfungspreise inkl. VGP und wurde ebenfalls Internationaler Schönheits-Champion.

Vor allen in den Zwingern "...von Reheck" und "...vom Almesbach" wurde er mehrfach zur Zucht verwendet.

Anfang der achziger entwickelten sich dann neben dem "Verein für Pointer und Setter" die vier Clubs für Irish Setter,
English Setter, Gordon Setter und Pointer. Im Irish Setter Club trennte man die Zucht in Formzucht und Leistungszucht,
wobei  letztere zahlenmäßig leider ständig sinkt. Im Bereich der Leistungszucht liegt der Schwerpunkt bei der Arbeit im Feld.

Bemerkenswerte Erfolge hatte der Zwinger "...von Royal", der seine Leistungslinie mit Importen aus Irland aufbaute.

Die Hunde führen fast ausschließlich das Blut der Moanruad's von John Nash.
Neben dem Rüden CLONTARF NABRACKMORE IKC L.3879, der Mitte der siebziger importiert wurde,
kamen die Wurfgeschwister MOANRUAD DAHLIA und MOANRUAD DARE.
Es folgten die Rüden MOANRUAD TIMOTHY und MOANRUAD GARTH, sowie in jüngerer Zeit die
Hündinnen MOANRUAD BEST CHANCE und SHEANTULLAGH VENON.

Im "Verein für Pointer und Setter" blieb man einem gemeinsamen Zuchtziel treu und förderte den guten, sowie den
gut ausehenden Jagdgebrauchshund. Seit 1980 müssen alle Zuchthunde zumindestens eine Anlageprüfung absolvieren,
seit einigen Jahren werden mind. 'gute' Bewertungen in 'Nase', 'Suche' und 'Vorstehen' verlangt.

In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 200 Irish-Red-Setter-Welpen jährlich in das
Deutsche Pointer- und Setter-Zuchtbuch (DPSZ) eingetragen, wovon der größte Teil aus Eltern mit
Prüfungsnachweisen im Frühjahr (JuS, VJP, Derby, ES, PS, Field Trial) und im Herbst (HZP, AZP, Solms, HP, HJS, HAP, VGP)

stammt.