Prüfungen

In Deutschland unterscheidet man bei den englischen Vorstehhunden grundsätzlich zwei Prüfungstypen:

1) Das eine sind die bekannten Prüfungen des Jagdgebrauchshundevereins (JGHV).

Hier liegt der Schwerpunkt bei der Arbeit nach dem Schuß, ist doch alleine schon aus Tierschutzgründen die Jagd mit einem guten
Jagdhund wichtig.
Wer sich für die genaue Prüfungsordnung interessiert, findet diese unter www.jghv.de oder siehe links.
Wichtig ist eigentlich vorab, daß auf allen Prüfungen des JGHV die Hunde einzeln geprüft werden.

VJP
Die VJP (VERBANDSJUGENDPRÜFUNG) ist eine Anlagenprüfung, auf die bei den kontinentalen Vorstehhunderassen viel
Wert gelegt wird, sagt sie doch u.a. auch etwas über den Vererbungswert der Eltern aus. Geprüft werden die jungen Hunde
(das Hundejahr beginnt am 01.10.) aus dem vorherigen Jahrgang oder drei Monate älter.
Die Fächer sind Hasenspur und Nase (zählen beide doppelt), sowie Suche, Vorstehen und Führigkeit.
Gerichtet wird auf VJP und HZP nach dem 12 Punkte-System, wobei 10 Punkte ein glattes SEHR GUT bedeuten.
Für ein hohes SEHR GUT = 11 Punkte muß schon etwas beeindruckendes geschehen und wenn in Nase oder Hasenspur
gar die 12 vergeben wird, dann muß der Hund wiederholt sehr gutes geleistet haben.
Somit kann ein Hund auf VJP i.d.R.
70 Punkte erreichen, wenn er in allen Fächern mit 10 Punkten beurteilt wird. Über 70 Punkte bedeuten, es war ein Supertag.

HZP
Wenn der junge Jagdhund im Frühjahr seine VJP absolviert hat, wird er über den Sommer mit den weiteren Aufgaben für die
Jagd vertraut gemacht. Dazu gehören das apportieren und die Wasserarbeit. Bis zum September/Oktober ist der Hund sauber
durchgearbeitet und kann auf HERBSTZUCHTPRÜFUNG vorgestellt werden.
Dabei werden die Anlagefächer Nase, Suche,
Vorstehen, Führigkeit, Arbeitsfreude, Verlorensuchen im Wasser und Stöbern mit Ente, sowie die Abrichtefächer Haarwildschleppe,
Federwildschleppe, Art des Bringens und Gehorsam geprüft.
Dazu wird Schußfestigkeit an Land und im Wasser festgestellt. Das
Ergebnis 10 Punkte in allen Fächern führt zu 180 Punkten.
In einigen Bundesländern ist die Prüfung nur ohne Ente möglich, dort sind 150 Punkte die Richtlinie.

VGP
Die Meisterprüfung für Jagdhunde ist die VGP (VERBANDSGEBRAUCHSPRÜFUNG).
Sie läuft immer über zwei Tage und zeigt, das der Hund als Jagdhund in allen Bereichen einzusetzen ist. Es werden erhöhte
Ansprüche an die Leistung und den Gehorsam gestellt. Neben den Waldfächern (u.a. Fuchsschleppe, Fuchs über Hindernis,
Haarwildschleppe, Stöbern, Buschieren und Schweißarbeit), wird Leistung im Feld, im Wasser und im Gehorsam verlangt.
Nach einem genauen System von Mindestpunkten pro Fach erreicht der Hund die Preisklasse 1., 2. oder 3. Preis.

Desweiteren gibt es noch vom JGHV Leistungszeichen:

Btr. = Bringtreueprüfung bestanden

/ = Härtenachweis

\ = Lautjager

- = Totverbeller

I = Totverweiser

Vbr. = Verlorenbringer

A.H. = Armbruster Haltabzeichen

Sw I/ = Verbandsschweißprüfung 20 Std. I. Preis

Sw /III = Verbandsschweißprüfung 40 Std. III. Preis

2. Die Spezial-Leistungsprüfungen für englische Vorstehhunde:

Die englischen Vorstehhunde sind Feldspezialisten. Weltweit ist der Englisch Setter der mit Abstand am meisten geführte
Jagdhund und bei der Zucht der heute existierenden kontinentalen Rassen standen ebenfalls die 'Engländer' Pate, vom Pointer
über den roten Iren und den schwarz-roten Gordon-Setter ! 

Neben der vielseitigen Eignung als Jagdgebrauchshund ist ihnen durch lange Zuchtauslese die Passion, Intelligenz, Nase
und Nervenstärke die einen excellenten Feldhund ausmachen, fest in den Genen verankert.
Sicherlich wird man in Deutschland
heutzutage nicht so häufig mit weit im Feld suchenden Hunden jagen. Aber die Kriterien, die man an einen hervorragenden
"Field Trialer" stellen muß, sollte man einmal unter dem Aspekt der Zuchtwahl betrachten.

Wie muß ein Hund beschaffen sein, um auf sog. Field Trials zu gewinnen.
Natürlich weiß der Hund worum es geht, bei einer solchen Prüfung; er ist 'heiß' und will Beute machen. Grundsätzlich
laufen die Hunde paarweise, die Führer müssen dicht beieinander bleiben. Sie werden geschnallt vor den Augen der Richter
und ziehen schwalbengleich ihre Schleifen, stets in Schrotschußentfernung vor ihren Führern, nach den Seiten soweit es
das Gelände zuläßt. Es liegt an der Intelligenz des Hundes, wie er das Gelände nutzt, ob er Jagdverstand beweist.
Einwirkungen des Führers sollen nur diskret erfolgen. Ein Handzeichen hier, ein kurzer Pfiff dort.

Einem nervenschwachen Hund würden an dieser Stelle schon die Sicherungen durchbrennen und in seiner Gier nach
Beute würde er kopflos arbeiten und ohne System. Die Angst, der Partner könnte als Erster Beute machen verleitet zum
immer schnelleren Laufen, vergessen sind Herr und die gemeinsame Jagd...und ein bestandenes Field Trail.

Die Führigkeit des Hundes trotzdem ein zweiter Hund mitjagt, wird wohl kaum bei einer anderen Prüfung
so hart auf die Probe gestellt.
Der Kandidat zeigt sich aber führig und nervenstark ? Er ignoriert weitestgehend den Partner,
konzentriert sich auf seine eigene Aufgabe und hat immer ein Auge auf seinen Herren ? Bravo !

Da springt ein Hase zwischen den Hunden auf. Wehe dem, der mehr als einen Blick darauf riskiert. Ein braver Feldhund
hat gelernt den gesunden Mümmler zu ignorieren, welches aber niemals im Widerspruch zum Verlorenbringer an kranken Wild steht.
Die Intelligenz der Hunde muß groß genug sein, um den gesunden Hasen zu erkennen und ignorieren.
Dennoch darf die Suche nicht durch Dressurmaßnahmen gebremst sein. Schließlich wäre es ja keine hohe Kunst,
wenn der Hund lediglich auf kleinem Radius um den Herren herum sucht. Da läßt sich leicht der Gehorsam abverlangen.

Nun hat aber der passionierte Hund verstanden, daß er trotz weiter Entfernung zu seinem Herren NICHT hetzt.

Jetzt zeigt seine feine Nase im Wild an. Je nach Entfernung zieht er noch schnell ein, zwei engere Schleifen, bis er die
Witterung fest hat oder erstarrt aus vollstem Lauf mit hochgehaltenem Kopf und absolut ruhigem Körper.
Das VORSTEHEN. Auch hier muß sich alles in ausgewogener Balance befinden. Die Jagdlust und Beutegier muß soweit
gebremst sein, daß der Hund nicht einspringt, er muß auf seinen Herren warten, der Partner darf nicht dazu verleiten,
doch noch 'etwas' näher an 'seine Beute' zu rücken, es gilt Ruhe zu bewahren für den Hund. Dies alles unmittelbar nach
der energischen, passionierten Suche. Stillstand. Ruhe.
Hoffentlich halten die Hühner, d.h. bleiben dort sitzen,
wo der Hund sie in die Nase bekam. Pech, wenn sie ablaufen und damit 'dem Hund aus der Nase laufen', bevor der Führer
bei ihm ist. Denn erst auf Kommando des Führers darf der Hund sich bewegen um 'gemeinsam' mit seinem Herren das
Wild zum abstreichen zu bringen. Auf den Frühjahrspaarsuchen wird dabei lediglich in die Luft geschossen, bei den
Feldjagdpaarsuchen wird i.d.R. Wild erlegt, welches dann vom Hund zu apportieren ist.
Dazu wird ebenfalls Apport aus dem Wasser geprüft.
Während der Hund, der als erster Wild findet, vorsteht, hat sein
Partner diese zu 'respektieren'. D.h. sobald er den vorstehenden Hund sieht, hat er ebenfalls zu verharren.
Diese angeborene Eigenschaft der englischen Vorstehhunde nennt sich sekundieren. Aber auch hier gilt wieder:
Zuviel des Guten ist auch nicht gut. Ein geborener Sekundant bleibt immer nur die zweite Geige und kann somit auch kein
Field Trial bestehen. Es fehlt dann die Eigeninitiative und der Drang selber Beute zu machen. Meistens begnügen sich solche Hunde
damit, den Partner genaustens zu beobachten, hinter ihm zu suchen und sie warten förmlich darauf, sekundieren zu können.

Von gleichwertigen Hunden muß man aber beides verlangen: Das Beutemachen-wollen und das Sekundieren-können.

Wenn ein Hund auf mehreren Field Trials die unterschiedlichsten Hunde geschlagen hat, dann kann man davon ausgehen,
daß er in hohem Maße die Eigenschaften Wildbiß, Wildfindigkeit, Nervenstärke, Intelligenz und Führigkeit besitzt.

Diese Prüfungsmethode findet weltweit Verwendung und von Skandinavien bis nach Neuseeland werden deutsche,
französische und englischeJagdhunde so geprüft. Die Field Trials in Südafrika unterscheiden sich genauso wenig davon,
wie die amerikanischen oder gar russischen. Interessanterweise gab es früher in England sogar sog. BRACE-STAKES,
wo ein Führer stets zwei seiner Hunde zusammen laufen ließ.

Als Einsteigermodell gibt es in einigen Ländern (u.a. Deutschland, Frankreich) die Einzelsuche, wo lediglich ein Hund seine Qualitäten im Feld zeigt.

Neben den klassischen Paarsuchen werden in Deutschland vom Verein für Pointer und Setter auch eine erweiterte
Herbstprüfung, analog zur HZP aber mit höheren Ansprüchen im Feld, sowie eine Jugendsuche angeboten.

Mehr dazu findet sich auf der Seite der Landesgruppe Westfalen Ruhr oder in der ausführlichen Version als komplette
PO auf der Seite des Hauptvereins für Pointer und Setter e.V.

IS auf VGP in Deutschland:

Jahr Name-SH DGStB-Nr. Punkte/Preis Verein Eigner/Führer
1963 Acrobat v.d.Dommelzicht 12484 246/III JGV Düsseldorf K.-H. Stratmann
  Ilona Sonnenschein 12732 257/III JV Wetzlar Willi Velten
1964 . . . . .
1965 . . . . .
1966 . . . . .
1967 - Mona v.Bergstücken  60 cm 15168 305/II VDD Nordbayern E.Schrader/H.Ellmann
  Achill v.d.Leuben 15181 299/I DK Mainfranken W.Erk/L.Hutta
  Earl v.d.Hex 
60 cm
15284 282/III Nordfränkischer JGV Oskar Bestler
  \ Diana v.Junkerwald 
58 cm
15400 316/I KJV Alsfeld Günther Klees
1968 Donner v.Junkerwald 
63 cm
15921 294/II Nordfränkischer JGV G. Reißenweber
  Moanruad Nimbus  15766 290/II Pfälzer JGV H. Hoff
  Nuxo da Casal do Pinhal 
65 cm
16363 263/III JGV Wittekindsland Herford Bögeholz
1969 . . . . .
1970 Topsy 
v. Bergstücken
17467 299/II . .
1971 Axel v.Günzthal 17992 303/II . .
  Dixy v.Reheck 18048 310/I . .
1972 -Alf v.d.Steinburg 18675 289/II . .
  Bill v.Martinspfad 19258 248/III . .
1973 /Grinzing v.Gebirgsjägerhof 19719 304/I . Kurt Joachim
  Christel 
v. Lindenbaum
19771 270/III . Elfriede Zahlmann
  /Hubertus Pech v.Söhrenberg 20215 288/II . .
1974 Christel v.Lindenbaum Vbr. 19771 307/I . Elfriede Zahlmann
  Anja v.Höxberg 64 cm 20811 271/III JGV Niederberg Renate Kunze
1975 Harras v.Bildgarten 21543 239/III . .
  Laika v.Glockensprung 21961 294/I . .
  Gero v.Junkerwald 21995 226/III . .
  I Axel v.Gronautal 22266 314/II . .
1976 . . . . .
1977 Lloyd v.Oelken 
67 cm
23500 269/III JGV Düsseldorf W. Krämer
  Ave v.d.Aprather Mühle 62 cm 23567 284/III JGV Niederberg Renate Kunze
  I Cyra 
v. Usenborn 

62 cm
23769 280/III
309/II
VDD Hessen
JV Hubertus Büdingen
Günther Klees
  Cliff v.Usenborn 58 cm 24105 308/I JV Hubertus Büdingen Christa Knabe
  / Barro v.Usenborn 
69 cm
24106 306/I JV Hubertus Büdingen Elfriede Zahlmann
  Hubertus Wede v.Söhrenberg 
69 cm
24212 310/I DK Würtemberg Rosemarie Wolff
  Akil a.d.Köthenwalde 24322 316/I DK Kurhessen H.Wiegand/H.Merle
1978 Orlando 
v. Montabaur
. . . .
  Nabob v.Oelken . . . .
  Britta v.Usenborn . . . .
1979 Beryll v.d.Aprather Mühle 25720 257/III . .
  Allja v.Hangenham 25754 278/III . .
  Artus v.Hangenham 25754 263/III . .
  Collo v.Usenborn 25825 293/II . .
  Kollo 
v. Glöcklholz
25832 309/I . .
  Ginn 
v. Rosselsteig
25852 290/II
295/II
. .
  Urania v. Horner Bruch 26091 307/II . .
  Ressina v.Oelken 26530 288/II . .
1980 Babsy v.d.Mark 26671 269/II . .
1981 Diana v.Usenborn 27973 283/III . Elfriede Zahlmann
  Bronco v.d.Aprather Mühle 27979 242/III . .
  Westfields Askan 28979 270/II . M. Böing
  Ferro v.Schlehenau 28328 263/III
259/III
. Christa Schäfers
dto.
  Atz v. Thanner Grund 28351 314/I . .
  Ares v.Thanner Grund 28352 314/I . .
  Alfa v. Thanner Grund 28356 290/I . .
  Keith 
v. Lindenbaum
28369 305/I . Kurt Joachim
  Bingo 
v. Galgenbrunnen
28376 274/III . .
1982 Aike v.d.Mark 29003 278/II KJS Dortmund F.: K.H.Steinkühler
  Cassius v.d.Mark 29006 261/III KJS Dortmund C. Engelbrecht
  Birka 
v. Hangenham
29085 291/II JGV Bayern ARGE KlM E.Stalzer
  Desperado Beauty 62 cm 29356 269/II Hubertus Köln  Christa Schäfers
  Echo v.d.Aprather Mühle 64 cm 29360 250/III
306/II
Hubertus Köln
JGV Siegkreisjäger
Peter Meuthen
1983 Moritz 
v. Lindenbaum
29929 288/II
282/II
DKK Südbaden Kurt Joachim
  Prince du Bois de la Thumenau 29930 286/II DKK Südbaden Kurt Joachim
  Alf v. Wesertal 29963 305/II JGV Wittekindsland M.L.Meier
  Danja 
v. Etzelsbach
30070 232/III JGV Nassau Norbert Reusch
  Floralee Aristokrat 64 cm 30079 252/III Norddeutscher JGV Ingeborg Will
  Drenagh Aristokrat 64 cm 30080 218/III Norddeutscher JGV Gerda Fischer
  Arco 
v. Gankelbach 

68 cm
30284 279/III KJS Dortmund J. Lohrmann
  Alfo 
v. Kuppenheim
30292 253/III Hanauer Jagdclub Solveig Morianz
  Courtney Aristokrat 65 cm 30590 292/II KlM S-H Ingeborg Will
  Connemara's Future 60 cm 30758 251/III VUV Nordmark Ingrid Klaus
1984 Anka 
v. Steertpogg 

62 cm
31133 313/I DK Nordmark Jürgen Klaus
  Count 
v. Feuerberg 

60 cm
31139 317/I DL Süddeutschland Gabriele Wenzel
  Cito 
v. Rabenkopf
31265 264/II Erster Frankfurter Jagdklub P. Noll
  Wildschütz Britta v. Kirkel 64 cm 31266 304/III dto. Hans Harald Stokkelar
  Espe 
v. Usenborn 

55 cm
31267 290/III dto. Udo Hegemann
  Baryfors v.d.Osterpforte 65 cm 31268 282/III dto. Ina Müller
  Bee of Castle Hill
67 cm
31277 302/II JGV Friesland Jochen Mahlfeldt
  Hubertus Halunke von Söhrenberg 
67 cm
31330 286/I JGV Oberländer Rosemarie Wolff
  Hubertus Hobby von Söhrenberg
67 cm
31337 241/III dto. Rosemarie Wolff
  Altreske v.d.Weihe 62 cm 31500 265/II KlM S.-H. Peter Suhr
  Red Star King 31680 275/II JGV S.-H. H.E.Necker
  Ashley v. Gankelbach 
64 cm
31868 257/III KJS Fritzlar Homberg E.: W.Pflaumer
A.,F: B. Simon, Olsberg
  Rodrigo 
v. Reheck 65 cm
31911 275/III JGV Unterweser W. Boller
  Comtess v.d.Nibelungen 31969 294/II VUV Nordmark D. Zorn